WeBlog

Interessante Themen rund um eCommerce, Marketing und mehr

Beacons – Eine Technologie mit Leuchtfeuer?

19. Juli 2015, 19:37 von Daniel Mirtschink Thema Allgemein, Tech-Talk Tags

Beacons sind kleine Sender, die über Bluetooth Informationen an mobile Endgeräte (Smartphones, Tablets etc.) senden. Dabei werden die Beacons automatisch von solchen mobilen Endgeräten erkannt, die prinzipiell die Signale empfangen können, bei denen ein geeignetes Programm (Mobile App) installiert ist und bei denen dieses im Hintergrund auch läuft. Die Sendereichweite ist aufgrund der verwendeten Bluetooth-Verbindung begrenzt. Gedacht ist die Technik beispielsweise für Ladenbesitzer, die vorbeilaufenden Kunden auf diese Weise Informationen zu Angeboten unterbreiten können.

Einsatzszenarien / Anwendungsfälle

Die Einsatzszenarien bzw. Anwendungsfälle der Beacon-Technologie lassen sich bspw. anhand eines Museumsbesuches erklären: Sobald das mobile Endgeräte noch vor den Türen des Museums das erste Beacon erkennt, startet die auf dem mobile Endgerät installierte Mobile-App des Museums und begrüßt den Besucher mit aktuellen Informationen (z.B. Sonderausstellungen, Vorträge). Einmal geöffnet wird somit das mobile Endgerät zur Informationsquelle und versorgt den Nutzer mit Texten, Bildern und Videos. Das System lokalisiert den Nutzer und weiß so, vor welchem Ausstellungsstück er sich gerade aufhält. Voraussetzung ist, dass die Inhalte bereits auf dem mobile Endgerät vorliegen oder über eine Internetverbindung nachgeladen werden können. So kann das mobile Endgerät während des kompletten Museumsbesuches die Funktion eines standortgenauen Audio-Guides übernehmen. Das funktioniert, ohne dass eine Auswahl getroffen oder zum nächsten Titel gesprungen werden muss. Dank der günstigen Beacons sind selbst Museen mit kleinen Budgets in der Lage, ihren Gästen einen informativen Aufenthalt per Text und Ton zu ermöglichen. Teure Audio Guides könnten somit schon bald der Vergangenheit angehören.

Auch Ladenbetreibern eröffnen sich durch Beacons die Möglichkeit, einen besseren Service anzubieten – von der Willkommensbotschaft mit einem persönlichen Angebot über die Navigation und Suche nach bestimmten Artikeln im Laden bis hin zu weiterführenden Informationen zu den Artikel. Bleibt der Kunde vor einem Tisch mit Hemden stehen, könnte das Beacon eine Bonusaktion auslösen oder aber zu den Hemden passende Hosen empfehlen – automatisiert ortsgebundene Werbung vom Feinsten. Im gepflegten Denglisch freut sich die Branche auf die „Einbindung des POS in die Customer Journey“.

Der Flughafen von San Francisco verwendet seit Sommer 2014 im ganzen Flughafen verteilte Beacons, um sehbehinderten Menschen die Navigation durch das Gebäude zu vereinfachen.

Technologie

Beacon ist eine Funktechnologie, die als eine Weiterentwicklung von Bluetooth verstanden werden kann. Wie bei jeder Funktechnik braucht man zunächst einen Sender und einen Empfänger: diese werden Beacons genannt. Die Datenübertragung zwischen Sender und Empfänger geschieht hierbei über die von Nokia bereits im Jahre 2006 vorgestellte Bluetooth-Low-Energy-Technologie (BLE), die extrem stromsparend arbeitet. Bei der Datenübertragung zwischen den Geräten wird weit weniger Energie aufgewandt als bei dem Vorgänger Bluetooth, was beispielsweise einen geringen Batterieverbrauch beim Smartphone zur Folge hat. Beacons erreichen eine Reichweite von bis zu 30 Metern.

Beacons können selbst keine Push-Benachrichtigungen auf Empfangsgeräte senden, Nutzerdaten sammeln und speichern. Sie senden lediglich in kurzen, regelmäßigen Abständen im 2,4 GHz-Band Informationen zur eigenen Identität, die sogenannte UID (Unique ID). Große Datenmengen eignen sich nicht für den Austausch, weil die Übertragungsrate relativ gering ist.

Ist eine entsprechende App auf dem mobilen Endgerät (z.B. Smartphone) für den Empfang von Beacon-Signalen konfiguriert und kommt dieses Gerät in die Reichweite eines Senders, lässt die Technologie die Standortbestimmung innerhalb eines Gebäudes zu. Ähnlich wie bei der Ortung mithilfe von Mobilfunkmasten funktioniert auch die Ortung per Beacons auf Basis der RSSI genannten Signalstärke.

Apple hat iBeacon entwickelt. iBeacon wird ab iOS 7 und Android Version 4.3 unterstützt und kann somit ab dem iPhone 4S, iPad (dritte Generation) und iPod Touch (fünfte Generation) sowie aktuellen Android-Geräten genutzt werden. Eine Dokumentation für Entwickler stellt Apple unter developer.apple.com/ibeacon bereit.

Mit Eddystone steigt Google in das Bluetooth-Beacon-Geschäft ein. Anders als iBeacon von Apple soll Googles Lösung mit jedem Gerät funktionieren, sofern dieses Bluetooth-Low Energy-Beacons unterstützt. Für Entwickler stellt Google zwei APIs zur Verfügung: Die Nearby-API ist für Android und iOS gedacht und soll es Entwicklern ermöglichen, ihre Apps mit Beacons in der Nähe kommunizieren zu lassen. Die Proximity-Beacon-API hingegen verknüpft die zu sendenden Daten mit einem Ort, an dem der Nutzer die Informationen zugeschickt bekommt, ohne dass an dem Ort ein physischer Beacon vorhanden ist. Die Daten werden in der Cloud gespeichert. Eine Dokumentation für Entwickler stellt Apple unter developers.google.com/beacons bereit.

Schreibe einen Kommentar